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Aufmaß und Umzugsvolumen: So ermittelt ein Betrieb den Umfang

Jedes Umzugsangebot steht und fällt mit dem ermittelten Volumen. Es bestimmt die Fahrzeuggröße, die Zahl der Kräfte, die Dauer und damit fast alles Weitere. Ermittelt wird es nicht geschätzt aus der Ferne, sondern durch eine Besichtigung, bei der jemand den tatsächlichen Bestand sieht und die Randbedingungen aufnimmt. Alles andere ist eine Vermutung, die sich am Umzugstag rächt.

Was beim Aufmaß tatsächlich erfasst wird

Aufgenommen wird der komplette Hausrat, nicht nur die Möbel im Wohnzimmer. Erfahrene Aufnehmer gehen systematisch durch alle Räume und lassen sich die Bereiche zeigen, die man beim Erzählen vergisst: Keller, Dachboden, Abstellkammer, Garage, Gartenhaus, Balkon, Speicher über der Garage. Erfahrungsgemäß steckt in diesen Bereichen ein erheblicher Teil des Umfangs, und genau dieser Teil fehlt in Selbsteinschätzungen am häufigsten.

Erfasst wird nicht nur die Menge, sondern die Beschaffenheit: Was ist zerlegbar, was nicht, was ist besonders schwer, was besonders empfindlich, was passt überhaupt durch die Tür. Ein massiver Schrank, der nicht demontiert werden kann, ist für die Planung etwas völlig anderes als derselbe Schrank in zerlegbarer Ausführung.

Die baulichen Bedingungen gehören dazu

Volumen allein sagt wenig, wenn der Weg dazu fehlt. Zum Aufmaß gehört deshalb die Aufnahme des Tragwegs an beiden Adressen:

  • Etage, Vorhandensein und Größe eines Aufzugs
  • Treppenhaus: Breite, Windungen, Geländer, Deckenhöhe
  • Entfernung vom möglichen Halteplatz bis zur Wohnungstür
  • Zufahrt für ein großes Fahrzeug, Hofeinfahrten, Poller, Bäume, Bordsteine
  • Türbreiten und Engstellen im Verlauf
  • Fensterfronten und Balkone für den Fall, dass ein Möbellift nötig wird

Diese Punkte entscheiden mit darüber, wie viele Kräfte nötig sind und wie lange der Umzug dauert. Dieselbe Menge Hausrat kann bei ebenerdigem Zugang zügig verladen sein und im engen Altbau ohne Aufzug den ganzen Tag beanspruchen.

Besichtigung vor Ort oder per Video

Beide Wege sind heute üblich. Die Besichtigung vor Ort ist gründlicher, weil der Aufnehmer Engstellen selbst abschreitet und Gewichte einschätzen kann. Die Videobesichtigung spart Zeit und funktioniert gut, wenn Sie systematisch durch alle Räume führen, langsam schwenken und auch die unangenehmen Ecken zeigen. Wichtig ist bei beiden Varianten, dass am Ende ein schriftliches Ergebnis steht, das Sie gegenlesen können.

Wer bei der Videobesichtigung Keller und Dachboden auslässt, weil das gerade unordentlich ist, verschiebt das Problem nur. Der Aufnehmer kann nur das einplanen, was er sieht.

Wenn sich der Umfang später ändert

Zwischen Aufmaß und Umzugstag liegen oft Wochen. In dieser Zeit wird aussortiert, gekauft, geerbt. Das ist normal, es sollte nur mitgeteilt werden. Ein Betrieb, der rechtzeitig erfährt, dass eine Werkstatt im Keller dazugekommen ist, kann Fahrzeug und Team anpassen. Erfährt er es am Umzugstag, steht das falsche Fahrzeug vor der Tür, und die Lösung wird improvisiert und teuer.

Ebenso gilt die andere Richtung: Wer konsequent aussortiert hat, sollte das melden. Weniger Umfang kann weniger Aufwand bedeuten, aber nur, wenn es vor der Disposition ankommt.

Was Sie zum Termin vorbereiten sollten

Ein Aufmaß wird besser, wenn Sie vorbereitet sind. Machen Sie alle Bereiche zugänglich, auch Keller und Dachboden, und legen Sie sich vorher zurecht, was Sie fragen und sagen wollen. Besonders wichtig sind die Punkte, die der Aufnehmer nicht sehen kann.

  • Was soll aussortiert werden und ist damit nicht Teil des Umzugs
  • Welche Stücke sind besonders wertvoll oder empfindlich
  • Welche Möbel sollen zerlegt werden, welche nicht
  • Wie sieht es an der Zieladresse aus, insbesondere Etage, Aufzug und Zufahrt
  • Welche Leistungen wollen Sie selbst übernehmen

Der Punkt mit dem Aussortieren ist heikel. Wer beim Termin ankündigt, noch die Hälfte wegzugeben, und es dann nicht tut, bekommt ein Fahrzeug, das zu klein ist. Melden Sie deshalb nur das ab, was tatsächlich schon entschieden ist, und informieren Sie später nach, wenn mehr weggeht als gedacht. Ein Betrieb kann nach unten leichter anpassen als nach oben.

Fazit

Das Aufmaß ist keine Formalie, sondern die Grundlage jeder verlässlichen Planung. Zeigen Sie alles, auch die Bereiche, die Sie selbst gern vergessen würden, und beschreiben Sie die Wege an beiden Adressen ehrlich. Ein Aufmaß, das die Wirklichkeit abbildet, ist die beste Versicherung gegen Überraschungen am Umzugstag.

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