Richtig packen: System, Gewicht und Beschriftung
Packen ist der Teil des Umzugs, den die meisten selbst übernehmen, und der Teil, an dem die meisten Schäden entstehen. Dabei folgt gutes Packen wenigen Regeln: handliche Einheiten, richtiges Gewicht im richtigen Karton, keine Hohlräume, raumweises Arbeiten und eine Beschriftung, die am Zielort trägt. Wer diese Regeln einhält, braucht keine Erfahrung.
Die Gewichtsregel und der Kampf gegen Hohlräume
Die wichtigste Regel klingt widersinnig: Schweres kommt in kleine Kartons, Leichtes in große. Bücher, Werkzeug, Geschirr und Konserven gehören in kleine Einheiten, Bettzeug, Kissen und Kleidung in große. Wer einen großen Karton mit Büchern füllt, bekommt ein Behältnis, das sich nicht mehr sicher heben lässt und dessen Boden irgendwann nachgibt, meist auf der Treppe.
Als Maßstab gilt: Ein gepackter Karton muss von einer Person bequem und mit geradem Rücken zu tragen sein. Was nur zu zweit geht, ist zu schwer gepackt. Und der Boden gehört zusätzlich verklebt, quer und längs, bevor gefüllt wird.
Was sich im Karton bewegen kann, bewegt sich unterwegs, und was sich bewegt, stößt an. Kartons werden deshalb voll gepackt, notfalls mit Knüllpapier, Decken, Handtüchern oder Kleidung aufgefüllt. Der Deckel soll sich schließen lassen, ohne sich zu wölben, und der Karton soll stapelbar bleiben. Ein bauchiger Karton lässt sich nicht sicher stapeln und wird im Fahrzeug zum Problem für alles, was darüber liegt.
Schweres gehört nach unten, Leichtes und Empfindliches nach oben. Das gilt im einzelnen Karton genauso wie beim Stapeln.
Raumweise packen, nicht kreuz und quer
Packen Sie Raum für Raum zu Ende, statt überall gleichzeitig anzufangen. Das hat zwei Gründe: Sie behalten den Überblick, und die Kartons eines Raums gehören am Zielort ohnehin zusammen. Beginnen Sie mit dem, was Sie am wenigsten brauchen, also Keller, Dachboden, Bücher, Dekoration, Saisonkleidung. Der Alltagsbedarf wird zuletzt gepackt.
Eine bewährte Reihenfolge:
- Keller, Dachboden, Abstellräume
- selten genutzte Zimmer, Bücher, Dekoration
- Kleidung außerhalb der Saison
- Küche bis auf das Nötigste
- Alltagsgegenstände in den letzten Tagen
- Kiste mit dem Nötigsten für die erste Nacht, zuletzt und selbst transportiert
Beschriften, als würde jemand anders auspacken
Auf jeden Karton gehört der Zielraum, nicht der Herkunftsraum. Das ist der entscheidende Unterschied: Was im alten Arbeitszimmer stand, kommt vielleicht ins neue Schlafzimmer. Ergänzen Sie eine kurze Inhaltsangabe und einen Hinweis, wenn es empfindlich ist oder oben liegen muss. Beschriftet wird an der Seite, nicht nur oben, denn im Stapel sieht man nur die Seiten.
Am Zielort bringen Sie an jeder Zimmertür ein Schild mit derselben Bezeichnung an. Dann verteilt das Team ohne Rückfragen, und Sie stehen nicht den ganzen Tag im Flur und dirigieren.
Was nicht in den Umzugswagen gehört
Wichtige Dokumente, Ausweise, Schlüssel, Wertsachen, Medikamente, Ladegeräte und alles, was Sie am selben Abend brauchen, gehören in eine Tasche, die Sie selbst mitnehmen. Ebenso wenig in den Wagen gehören leicht entzündliche Stoffe und offene Flüssigkeiten. Fragen Sie im Zweifel den Betrieb, welche Stoffe er nicht befördert, das ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich geregelt.
Wann Sie anfangen sollten
Die ehrliche Antwort lautet: früher, als Sie denken. Packen ist keine Aufgabe für das letzte Wochenende, sondern eine, die sich über Wochen verteilen lässt und genau deshalb verschoben wird. Der Anfang ist dabei der leichteste Teil, denn es gibt in jedem Haushalt reichlich, das man wochenlang nicht vermisst: Keller, Dachboden, Bücher, Dekoration, Saisonkleidung, Vorräte, die man ohnehin aufbrauchen sollte.
Bewährt hat sich, mit dem Aussortieren zu beginnen und nicht mit dem Packen. Wer erst packt und dann aussortiert, packt Dinge ein, die er gleich wieder auspacken wird. Wer erst aussortiert, hat weniger zu packen und weiß gleichzeitig, was er hat.
Planen Sie außerdem einen Endpunkt ein, der vor dem Umzugstag liegt und nicht auf ihm. Wenn Sie selbst packen, muss am Vorabend alles verschlossen und beschriftet sein. Ein Team, das wartet, während noch Kartons gefüllt werden, ist die teuerste Form der Eigenleistung, die es gibt.
Fazit
Gutes Packen ist keine Kunst, sondern Disziplin: kleine Einheiten für Schweres, keine Hohlräume, raumweise arbeiten, Zielraum beschriften, das Wichtigste selbst tragen. Wer früh anfängt und diese Regeln einhält, hat am Umzugstag stapelbare, tragbare, eindeutige Kartons, und das ist genau das, was ein Umzugsteam braucht, um zügig zu arbeiten.