Küche abbauen und wieder aufbauen lassen: Was dabei zu klären ist
Die Einbauküche ist das Möbelstück, das am wenigsten Möbel ist. Sie ist an Wasser, Abwasser, Strom und mitunter Gas angeschlossen, sie ist auf einen konkreten Grundriss zugeschnitten, und ihre Arbeitsplatte ist häufig ein Einzelstück. Deshalb ist der Küchenumzug eine eigene Leistung mit eigenen Fachkräften, und die wichtigsten Entscheidungen fallen vor dem Umzugstag.
Passt die Küche und was wird aus der Arbeitsplatte
Bevor über Abbau gesprochen wird, gehört geklärt, ob die Küche am neuen Ort funktioniert. Entscheidend sind nicht die Schränke, sondern die Anschlüsse: Wo liegen Wasser und Abwasser, wo sind die Steckdosen, wo ist der Anschluss für den Herd, wo der Abluftweg. Eine Küche lässt sich umbauen, aber nur begrenzt, und Anschlüsse zu verlegen ist eine eigene Baumaßnahme.
Dazu kommt der Zuschnitt. Passt die Zeile in die Wandlänge, sind Fenster und Türen im Weg, bleiben Durchgangsbreiten erhalten. Wer diese Prüfung überspringt, transportiert eine Küche, die am Zielort nicht aufgebaut werden kann, und hat dann eine Küche im Weg statt einer im Betrieb.
Schränke lassen sich fast immer wiederverwenden, Arbeitsplatten nicht immer. Sie sind zugeschnitten, ausgeschnitten für Spüle und Kochfeld, teils verklebt oder auf Gehrung gearbeitet. Beim Abbau kann eine Platte Schaden nehmen, und bei einem anderen Grundriss passt der Zuschnitt ohnehin nicht mehr. Sprechen Sie diesen Punkt beim Aufmaß an, damit die Erwartung vorher stimmt: Manche Platten überstehen den Umzug, manche nicht, und bei Stein oder Massivholz will das im Einzelfall beurteilt werden.
Ähnliches gilt für Rückwände, Sockelblenden und Passleisten. Sie sind auf den alten Raum zugeschnitten und häufig der Grund, warum eine Küche am neuen Ort ergänzt werden muss.
Anschlüsse: Wer darf was
Wasser und Strom müssen fachgerecht getrennt und wieder angeschlossen werden. Für Gas gilt das in besonderem Maße, hier arbeitet ausschließlich Fachpersonal, und die zuständigen Stellen geben Auskunft über die konkreten Anforderungen. Klären Sie beim Angebot ausdrücklich, welche Anschlussarbeiten der Betrieb selbst ausführt und wofür er ein anderes Gewerk hinzuzieht.
- Wer trennt und wer schließt Wasser und Abwasser an
- Wer übernimmt den Elektroanschluss, insbesondere beim Herd
- Ist ein Gasanschluss betroffen und wer darf daran arbeiten
- Wer prüft die Dichtheit nach dem Aufbau
- Wie wird der Abluftweg am neuen Ort gelöst
Der Ablauf
Abgebaut wird von oben nach unten und von den Geräten her: Geräte ausbauen und sichern, Spüle trennen, Arbeitsplatte abnehmen, Oberschränke, dann Unterschränke. Kleinteile, Beschläge und Befestigungen werden gesammelt, beschriftet und dem jeweiligen Element zugeordnet. Das ist der Punkt, an dem Eigenleistung am häufigsten scheitert: Ohne saubere Zuordnung wird der Aufbau zur Suchaktion.
Der Aufbau geht den umgekehrten Weg, mit dem entscheidenden Unterschied, dass der neue Raum selten perfekt ist. Unebene Wände und Böden werden über die Füße und Beschläge ausgeglichen, und dafür braucht es Erfahrung und Zeit. Rechnen Sie damit, dass der Küchenaufbau nicht am selben Tag nebenbei mitläuft, sondern ein eigener Vorgang ist.
Wann ein Küchenumzug sich nicht lohnt
Es gibt Fälle, in denen der Abbau, Transport, Aufbau und die Anpassung an den neuen Grundriss zusammen den Aufwand einer anderen Lösung erreichen. Das ist eine Rechnung, die im Einzelfall aufgeht oder nicht, und sie hängt an Zustand, Zuschnitt und Anpassungsbedarf. Lassen Sie sich das offen sagen. Ein Betrieb, der von einem Küchenumzug abrät, weil die Küche den neuen Raum nicht trifft, berät Sie besser als einer, der einfach abbaut.
Die Geräte sind ein eigenes Thema
Elektrogeräte in der Küche brauchen jeweils eigene Aufmerksamkeit, und die Regeln unterscheiden sich von Gerät zu Gerät. Die Waschmaschine ist der bekannteste Fall: Ihre Trommel ist im Betrieb beweglich aufgehängt und muss für den Transport gesichert werden, üblicherweise mit den Transportsicherungen, die beim Kauf dabei waren. Wer sie nicht mehr findet, sollte sich rechtzeitig kümmern, denn ohne Sicherung kann die Aufhängung Schaden nehmen.
Kühl- und Gefriergeräte werden vorher abgetaut, geleert und getrocknet, sonst reist das Tauwasser mit. Nach dem Transport brauchen sie Standzeit, bevor sie wieder eingeschaltet werden, damit sich das Kältemittel setzen kann. Wie lange, sagt die Anleitung des Geräts.
Geschirrspüler und Waschmaschine werden vollständig entleert, auch die Restwasserbehälter und Schläuche. Restwasser im Gerät läuft im Fahrzeug aus, und zwar über das, was daneben steht.
Sammeln Sie außerdem Zubehör und Anleitungen der Geräte zusammen und beschriften Sie sie. Am Zielort brauchen Sie genau diese Teile, und sie sind erfahrungsgemäß die ersten, die verschwinden.
Fazit
Der Küchenumzug entscheidet sich am Grundriss und an den Anschlüssen, nicht am Umzugstag. Prüfen Sie früh, ob die Küche passt, klären Sie den Umgang mit der Arbeitsplatte, und lassen Sie sich schriftlich geben, wer welche Anschlussarbeiten ausführt. Dann ist die Küche am Abend nach dem Umzug benutzbar, und darauf kommt es an.